ein 1.000km Brevet durch drei Länder Österreich, Tschechien und Deutschland in max. 75h? Beim ersten Hinschauen sah dies nach einer lösbaren Aufgabe aus, daß es am Ende jedoch zeitlich recht knapp wurde dazu später…

Frühstück am Roecklplatz…

So traf sich an einem sonnigen Donnerstag morgens um 10:00 Uhr eine ca. 70 große internationale Gruppe am Roecklplatz in München, um diese Herausforderung anzugehen. Die Teilnehmer kamen aus der gesamten Bundesrepublik, anhand der Trikots nahmen auch Randonneure aus Italien, Österreich und den Niederlanden an dem Brevet teil.

Donau an der österr. deutschen Grenze…

Mein persönliche Planung sah vor, am ersten Tag bis Linz und am zweiten Tag bis Karlsbad zu kommen. Je nach Wetterlage und Schlafbedarf würde ggf. noch eine dritte Übernachtung notwendig werden, die ich dann jedoch spontan unterwegs organisieren wollte.

Gemäß dem Höhenprofil der vorab geplanten Route sollte es bis nach Linz erstmal gemütlich losgehen, die knackigen Anstiege sollte es im späteren Verlauf der Tour erst in Böhmen geben.

Pizzaautomat kurz vor Linz und einen nahenden Unwetter…

So kamen wir am ersten Tag nach ca. 300km gegen Mitternacht in Linz an der schönen Donau an und checkten im vorab reservierten Hotel direkt an der Kontrollstelle ein.

Am nächsten Morgen ging es nach einem kurzen Schlaf auch direkt sehr früh wieder los, um am zweiten Tag die lange Strecke durch Tschechien über Budweis und Pilsen nach Karlsbad möglichst tagsüber bzw. zumindest noch im Hellen zu schaffen. Das sehr wellige Höhenprofil und z.T. sehr schlechten Nebenstraßen in Tschechien ließ uns jedoch nur sehr langsam vorwärts kommen und das Ziel, tagsüber noch in Karlsbad anzukommen, wurde zunehmend schwieriger zu erreichen.

Kurz nach Linz im Anstieg in das wunderschöne Mühlenviertel traf ich auf einen Teilnehmer aus Hamburg, der an dieser Stelle das Brevet leider abbrechen mußte. Er war mit einem Rad unterwegs, das ein Übersetzungsverhältnis von 34/27 hatte… für Nordddeutschland super geeignet, für bergige Verhältnisse eine Quälerei. Zum Vergleich, mein Rad hat für solche Brevets eine Übersetzung von 30/34, dies ist somit fast schon Mountainbike Niveau. Der arme Kerl tat mir leid, jedoch war der Abbruch verständlich, die dicken Anstiegsbrocken in Böhmen sollten erst noch kommen. Da er sich noch in der Nähe von Linz befand, sollte der Einstieg in eine Bahn problemlos möglich gewesen sein.

Morgenstimmung kurz hinter Linz…

So wurde es doch mit 2:00 Uhr in der Früh sehr spät mit der Ankunft in diesem mondänen Kurort und ich traf am Checkpoint auf zwei Radkollegen, die dringend noch ein Zimmer suchten. Jedoch war Karlsbad zu dieser Zeit komplett ausgebucht bzw. nicht alle Hotels hatten eine 24h Rezeption. Da ich ein größeres Appartement vorrreserviert hatte lud ich die beiden Jungs kurzerhand in meine ‚Randonneurs-WG‘ ein, in der Unterkunft war ausreichend Platz vorhanden.

Chaos in unserer Randonneurs-WG…

Nach 2-3h Schlaf ging es auch hier am frühen Morgen direkt weiter, der nördlichste Punkt des Brevets war erreicht und es sollte nun über Regensburg und die Holledau wieder Richtung München gehen.

zwischen Karls- und Marienbad…

Da mittlerweile die Beine schon sehr müde waren und die Oberpfalz nicht unbedingt ein flaches Terrain ist entschied ich mich in Regensburg für eine weitere Übernachtung in Kelheim und fuhr die tolle Strecke direkt an der Donau im ICE-Tempo dem nahenden Gewitter entgegen. Kurz vor Kelheim wurde ich noch kurz abgeduscht, aber der Regen war warm und es lohnte sich nicht mehr, Regenklamotten anzuziehen.

typische Brevet Verpflegung…

In einem tollen Hotel direkt in der Kelheimer Altstadt konnte ich dann auch nach zwei Tagen mal ausgiebig schlafen, sofern man 6h als ausgiebigen Schlaf bezeichnen kann.

irgendwo in der Oberpfalz vor Regensburg…

Wieder früh am Morgen ging es dann der aufgehenden Sonne entgegen ein Stück des bekannten 24h Rennens entlang Richtung Holledau, die mit ihren 16 Anstiegen nochmal die restlichen Reserven aus den Beinen zog. In Weihenstephan im Bräustüberl angekommen hätte ich gerne eine Brotzeit gemacht, leider war das das Restaurant um diese Zeit noch geschlossen.

Nach einer kurzen Pause an einer Tankstelle, ich hatte seit der Abfahrt in Kelheim nur einen ‚Notriegel‘ gegessen, ging es dann entspannt die letzte Etappe nach München und ich kam 5min. vor Erreichen des Zeitlimits mit noch ein paar anderen Teilnehmern im Ziel an.

Eis zum Runterkühlen in der Hitze…

Im Ziel gab es zuerst das obligatorische Finisherbier, das nach drei Schlucken quasi ‚geext‘ wurde, es floss einfach in den Hals rein… 🙂

BAYERISCH-BÖHMISCHES BIERE-UND-BÄDER-BREVET

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