Der deutsche Eintages Radklassiker ‚rund um den Henninger Turm‚ (auch wenn es den Turm im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen nicht mehr gibt, aber mit dem neuen Namen des Rennens Finanzplatz blablablubb kann ich mich nicht anfreunden) hat endlich wieder UCI-Status und somit sind viele bekannte Profiteams mit am Start.

Was liegt da näher, als im Rahmen eines Jedermannrennens dieses Klassikers einmal selber die Luft auf abgesperrten Straßen in Frankfurt und dem Taunus zu schnuppern.

Auch wenn es dieses Jahr ein paar Tage vorher noch schneite, pünktlich zum 1. Mai war das Wetter zumindest morgens früh recht angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kühl und bis zum großen Feldberg auch trocken, doch dann sollte es wettermäßig jedoch so richtig eklig werden.

kurz vor’m Start in Eschborn, hinten rechts im Bild der ‚Ginnheimer Spargel’… 🙂

Da ich die ersten 20 Jahre meines Lebens in Eschborn verbrachte habe ich natürlich einen besonderen Bezug zum Startort und der gesamten Region Main-Taunus mit seinen tollen Gemeinden Bad Homburg, Bad Soden, Hofheim und all den anderen Orten entlang der Strecke. So sollte dies für mich auch kein Heizen am Limit mit ‚Tunnelblick‘ sein, jedoch auch kein langsames Cruisen, irgendwo etwas Sportliches in der Mitte.

So ging es pünktlich um 8:45Uhr mit gut 5.000 anderen Radbegeisterten auf die 110km lange Runde durch den Taunus.  Gerne wäre ich auch über den Mammolshainer Berg gefahren, die Marschtabelle dieser Runde mit min. 32km/h Schnitt ist jedoch vom geforderten Fitneßlevel eine Nummer zu hoch für mich. Somit war in Schwalbach der Abzweiger nach Mammolshain hoch bereits gesperrt als ich da ankam. Ich hätte dies vor Kälte und der Nässe ohnehin nicht mehr geschafft und wollte zu diesem Zeitpunkt nur noch so schnell als möglich ins Ziel.

Abzweig Mainzer Landstraße in die Taunusanlage… da war es noch trocken!

Wenn man sich auf der 110km Runde beeilt kommt man sogar rechtzeitig wieder im Ziel in Eschborn an, wenn die Profis um 12:00Uhr auf ihre große Runde über knapp 220km starten.  Man kann anschließend im Start-/Zielbereich auf Großbildleinwänden das Rennen live verfolgen oder einfach wieder mit dem Rad bekannte Punkte an der Strecke anfahren und die Profis anfeuern.

Die Wettervorhersage meinte es nicht gut mit uns, gegen Mittag lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 25%. Aber daß es nach Erreichen des großen Feldbergs bis ins Ziel in Eschborn dermaßen regnete und auch mit 1Grad sehr kalt wurde, damit rechnete niemand. Schon gar nicht die einzelnen mutigen Teilnehmer in der Startaufstellung in kurz/kurz ohne Handschuhe. Ich war auch viel zu dünn angezogen, hatte jedoch wenigstens noch Ärmlinge und ein Unterhemd an, aber die Hände waren die letzten 30km so taub, daß man kaum noch gescheit schalten konnte und bei den Abfahrten vom Taunus runter war allerhöchste Vorsicht angesagt.

am großen Feldberg, es fing an zu regnen…

Die Begeisterung an der gesamten Strecke war klasse, selbst bei diesem Wetter wurde man unermüdlich von Passanten in den einzelnen Ortschaften angefeuert. Es ist ohnehin mal ein wahnsinniges Gefühl, auf einer komplett gesperrten Strecke unterwegs zu sein, selbst die Gegenrichtung war für den Autoverkehr gesperrt.

Ich bin aufgrund den Wetterbedingungen nach der Zielankunft direkt in das Hotel abgebogen und hatte nicht mal mehr die Kraft in den Händen, den Verschluß von meinem Helm zu öffnen. Ich wollte einfach nur noch schnell aus den nassen Radklamotten raus. Schade für den Veranstalter und die Teilnehmer, daß es somit kein geselliges Beisammensein im Zielraum mehr gab. Nach 20min. unter der heißen Dusche und einer Tafel Schokolade kamen dann auch schnell wieder die Lebensgeister zurück. Nachdem ich am Anstieg bereits eine Trinkflasche verlor und ich keine Kraft mehr hatte, auf den letzten 30km die zweite Flasche aus dem Halter zu nehmen hatte ich auch einen scheiß Durst. Unterwegs auf der Strecke hätte ich zum Trinken anhalten müssen, aber ich wollte nur noch in Bewegung bleiben, um nicht komplett zu unterkühlen.

lebensrettender Kaffee und Kuchen in der Hotellobby mit Blick auf die Liveübertragung der UCI Worldtour Pro’s…

An der Hotellobby mit Live Berichterstattung vom Rennen gab es dann noch einen schönen heißen Milchkaffee mit leckerem Pflaumenkuchen und die Welt war wieder in Ordnung. Da hatten die Profis noch nasse 150km bis ins Ziel…

Hier noch ein kleines Video vom entspannten Zieleinlauf:

 

 

 

Skoda Velotour ‚rund um den Henninger Turm‘ am 1. Mai

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