300km auf größtenteils Wald-, Schotter- und Wiesenwegen um Frankfurt herum? Mit 99 anderen Verrückten? Hört sich verdammt gut an und ich hatte mich sofort für den Event angemeldet… https://www.greffelruendsche.de/

Eigentlich sollte das Event am Sonntag, 26.04.2020 mit 100 Teilnehmern um 5:30 Uhr in Ffm-Sachsenhausen starten, jedoch machte uns ein weltweiter Virus leider einen Strich durch die Rechnung… dies hielt jedoch einzelne tapfere Mitstreiter nicht davon ab, an diesem Wochenende oder bereits an den Osterfeiertagen zuvor, diese Strecke solo in Angriff zu nehmen.

Die Wettervorhersage für das gesamte Wochenende sah super aus… sonnig, nicht zu warm, genau richtig!

Entegen dem eigentlich offiziellen Start mit allen Teilnehmern um 5:30 Uhr bin ich im Solo-Virus-Modus bewußt 1h früher gestartet… ich wollte a) das morgendliche Frankfurt noch schön im Sonnenaufgang genießen und b) die finalen ca. 80km durch den Wald rund um den Flughafen nicht komplett im Dunklen fahren. Diese Strategie ging am Ende des Tages auch super auf.

irgendwo in Fechenheim…

Aber was soll ich sagen, was für ein geiler Kurs, den der Organisator Ken vermutlich in wochenlanger Detailarbeit gebastelt hat… kein noch so schöner Stadtteil in Frankfurt wurde vergessen, jedes noch so kleine Gäßchen und traumhafte Schleifen wurden mitgenommen… kein Park wurde ausgelassen (Frankfurt ist grün, aber sowas von grün!)… sämtliche Singletrails an irgendwelchen Bächlein und verwunschenen Bahntrassen wurden beachtet… keine Ahnung, wie man auf 300km solche Details alle in eine geplante Strecke packen kann, Ken kann es offenbar! Respekt!

Nach dem Start unter der hübsch beleuchteten Ignatz Bubis Brücke in Sachsenhausen ging es somit die ersten 1-2h erstmal auf Asphalt in einer Schleife um den Main herum, um dann mit dem Sonnenaufgang über den menschenleeren Römer zu radeln… nach einem kleinen Abstecher auf die andere Mainseite nach Offenbach ging es dann gravelmäßig zur Sache und die Hügel von Bergen-Enkheim mit all den tollen Parks und Ausblicken auf die Skyline ließen einen ständig ins Schwärmen kommen… es kam einem wie in einem guten Film vor!

Sonnenaufgang im Huthpark…

apropos Routenplanung… spätestens hier wäre man bei den vielen Richtungswechseln ohne ein gescheites Radnavi mit großem Display völlig aufgeschmissen gewesen… zu vielfältig waren die verschlungenen Wege, das Auffinden auch der kleinsten zugewucherten Wege war zum Teil eine Herausforderung, die jedoch auch unendlich Spaß machte…

Blick vom Lohrberg…

Viel zu schnell war dann auch nach ca. 100km die erste Etappe in Bad Vilbel mit dem größten Bärlauchwald weit und breit erreicht, bevor es dann über die Hänge des Vordertaunus wieder nach Frankfurt in die City ging, diesmal an die Nidda und den gleichnamigen Park.

Graveltouren sind ja gewöhlich keine Strecken für Heizer, aber an diesem frühsommerlichen Sonntag um die Mittagszeit in dem riesigen Park mußte man schon entspannt radeln und auf die diversen Fußgänger Rücksicht nehmen… aber kein Problem, selbst wollte man das grüne Frankfurt ja auch genießen und nicht nur stur auf den Boden schauen.

vorbei am Ginnheimer Spargel…

Irgendwann erreichte man dann über die Nidda und diverse Schleifen deren Mündung in Ffm-Höchst und man hatte somit 2/3 der Tour geschafft. Das letzte Drittel um den Flughafen herum wurde dann nicht weniger interessant, fuhr man doch größenteils im Wald ohne Blick auf die Skyline, jedoch auch wieder ziemlich einsam und verlassen ohne die sonntäglichen Ausflügler.

Später brach dann die Dunkelheit herein und man konnte schon wieder die Lichter der Stadt sehen… aber der Wald wollte einfach nicht aufhören und ich verlor vor lauter Abzweigungen völlig die Orientierung… ohne Navi oder Smartphone hätte ich da niemals mehr herausgefunden…

Aber irgendwann strahlte mich dann das vertraute Logo vom Waldstadion und der Eintracht Adler in einer Unterführung am Gleisdreieck an… hier war ich definitiv richtig! Über eine kleine Schleife durch den Stadtwald ging es dann wieder zwischen Sachsenhausen und Offenbach an den Main hinunter und die letzten Kilometer bis zu Start/Ziel an der Brücke wurden ausgiebig genossen.

im Ziel die hell erleuchtete Flößerbrücke…

Da wegen dem scheiß Virus in Sachsenhausen alles geschlossen war gab es leider keinen Finisher Äppelwoi, wenigstens hatte eine 24h Tanke noch ein leckeres Licher Pils gegen den Durst und ein paar Sandwiches gegen den Hunger…

Licher Bier, Hals enei…

Fazit… das Greffelründsche ist ein Träumsche… für jeden radelnden Frankfurter oder sonstige positiv Verrückte ein ‚must have‘ und kann gerne wiederholt werden… ich bin nachwievor noch geflasht von den vielen bleibenden Eindrücken und Bildern im Kopf!

Frankfurter Greffelründsche…

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